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©Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig
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Weinkanne mit Athleten

Künstler
Achilleus-Maler
Inventarnummer
BS 485
Kulturraum
Griechenland

Epoche
Hochklassik
Grunddaten
Ton, H. 23,1 cm, , Dm. 17,8 cm Athen, um 450/440 v. Chr., dem Achilleus-Maler zugeschrieben Inv. BS 485
Provenienz
Schenkung 1982 Fritz Bernheim, Basel. Seit 1967 als Leihgabe im Antikenmuseum Basel. Ehemals Sammlung Fritz Bernheim, Basel. Ehemals bei Münzen und Medaillen AG.
Beschreibung
Diese äusserst kunstvoll verzierte Vase zeigt eine Szene aus dem Alltag Athens: zwei Athleten nach dem Training. Sie erlaubt uns zugleich auch spannende Einblicke in die damalige Gesellschaft. Der Maler hat die kleinformatige Darstellung meisterhaft konzipiert. Zwei erwachsene Athleten rahmen die Szene ein: Mit einer Strigilis, einem gebogenen Metallgerät, schaben sie sich nach dem Training Schweiss, Sand und Öl von der Haut ab. Die natürliche Krümmung der Kanne hat er gekonnt genutzt, um diese Figuren beinahe dreidimensional wirken zu lassen. Die Bewegung ihrer nackten Körper lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters zur Bildmitte hin, wo ein ebenfalls nackter junger Knabe steht. Das Zentrum der Darstellung wird also von der kleinsten Figur dominiert. Das ist aber nicht nur wegen seines jungen Alters und der geringen Körpergrösse überraschend: Auch seine soziale Stellung ist viel niedriger als jene der zwei Erwachsenen. Beide Athleten gehören in der Tat der Oberschicht der Stadt Athen an, wo die Kanne entstanden ist. Durch die regelmässige Übung in der Palästra haben sie sich für den Krieg vorbereitet, zugleich aber auch das griechische Männerideal verwirklicht, das neben einer moralischen Vollkommenheit eben einen schönen, harmonischen Körperaufbau vorsieht, ganz nach dem Motto kalos kai agathos («schön und gut»). Entsprechend idealisiert sind auch ihre Gesichter. Der junge Knabe, der in seiner linken Hand ein Salbölgefäss trägt, ist hingegen wahrscheinlich ein Sklave, der in der Palästra arbeiten muss. Diese Vermutung wird aus dem Kontext der Szene suggeriert, lässt sich aber auch durch die nicht idealisierte Darstellung seines Gesichtes bekräftigen, wodurch der Maler auf die nicht griechische Herkunft des Jugendlichen hinzuweisen scheint. Ihm steht also keine brillante politische oder militärische Karriere in der athenischen Demokratie bevor. Als unfreier Mann ausländischer Herkunft ist er von Anfang an vom politischen Leben der Stadt ausgeschlossen. Ganz andere Zukunftsperspektiven darf hingegen der Jugendliche haben, der in der Inschrift zwischen den beiden Athleten verewigt wird: «Der schöne Euaion, Sohn des Aischylos», steht dort geschrieben. Euaion wird also wegen seiner dem Ideal nahen Schönheit gepriesen, die Erwähnung des Vaters – wohl der berühmte Dichter Aischylos – betont seine legitime Abstammung, wodurch er Anspruch auf die kompletten politischen Rechte hat.
Bibliographie
Münzen und Medaillen AG, Auktion 22 (1961) 96 Nr. 178. Taf. 49. Taf. 60; J. D. Beazley, Attic Red-Figure Vase-Painters 2(1963) 1579,6bis. 1677 Nr. 77bis; E. Berger, Die Hauptwerke des Basler Antikenmuseums zwischen 460 und 430 v. Chr., AntK 11, 1968, 62; Neuerwerbungen und Leihgabenwechsel, 2. Nachtrag bis zum 31.10.1968, 30 Nr. 132.1; Antikenmuseum Basel. Neuerwerbungen und Leihgabenwechsel. 3. Nachtrag bis zum 31. März 1971, 20 Nr. 132,1; F. Felten, Thanatos- und Kleophonmaler (München 1971) 37; F. A. G. Beck, Album of Greek Education: The Greeks at School and at Play (Sydney 1975) 32 Nr. 164. Taf. 30.164; A. Kossatz Deissmann (1978); L. Burn – R. Glynn, Beazley Addenda (1982) 152 Nr. 992.77 bis; E. Berger, Auszug aus dem Jahresbericht 1982, AntK 26, 1983, 108. Taf. 23, 3-4; I. Wehgartner, Ein Grabbild des Achilleusmalers, 129.BWPr (1985) 33 Abb. 28; CVA Basel 3 (1988) Taf. 42,1-2; T. H. Carpenter, Beazley Addenda 2(Oxford 1989) 312; CVA Karlsruhe 3 (1990) 87; J. Boardman, Rotfigurige Vasen aus Athen, Die klassische Zeit (1991) Abb. 117; L. A. Stella, Eschilo e la cultura del suo tempo (1994); J. H. Oakley, The Achilles Painter (1997) 128f. Nr. 106 Abb. 36 a, Taf. 69 a-b; P. Blome, Kat. Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig (Zürich 1999) 91 Abb. 121; CVA Berlin 9 (2002) 26; S. G. Miller, Ancient Greek Athletics (2004) 18 Abb. 17; R Wünsche - F. Knauss (Hrsg.), Lockender Lorbeer. Sport und Spiel in der Antike. Ausst.-Kat. München (2004) 269 Abb. 26.17; Parfums de l'Antiquité. La rose et l'encens en Méditerranée, Ausstellungskatalog Musée royal de Mariemont (Mariemont 2008) 393f. Kat. IV.B.5; E. Dozio - C.-M. Fallani - S. Soldini (Hrsg.), Gli atleti di Zeus. Lo sport nell'antichità. Ausstellungskatalog Mendrisio (Milano 2009) 52 Abb. 6. 141. 233 Kat. Nr. 82; Hermes statt SMS. Ausst.-Katalog Basel (Basel 2010) 27; J. Evans Grubbs - T. Parkin (Hrsg.), The Oxford Handbook of Childhood and Education in the Classical World (Oxford 2013) 158 Abb. 7.7; Wann ist man ein Mann? Athlet und Wettkampf in der Antike (Basel 2013) 21; P. Christesen - D. G. Kyle (Hrsg.), A companion to Sport and Spectacle in Greek and Roman Antiquity (2014) 86 Abb. 5.4; K. Weber, Die Darstellung von Athletik und Bildung in der hellenistischen Grabkunst. Vergleichende Überlegungen zum Wertekanon delischer Bürger im Spiegel ausgewählter Regionen der hellenistischen Welt, Diss. Goethe-Universität Frankfurt (2016) 99 Anm. 435. Taf. 14 Abb. 31; W. Filser, Die Elite Athens auf der attischen Luxuskeramik (2017) Abb. 239; W. A. P. Childs, Greek Art and Aesthetics in the Fourth Century B.C. (2018) 243 Anm. 92; T. Lochman, nudo! Tesori del Museo delle Antichità di Basilea. Ausstellungskatalog Cecina (2019) 59. 64 Nr. 51; Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, Katalog 101 Meisterwerke (2022) 152f. Nr. 57 (E. Dozio); Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, Jahresbericht 2023 (2024) 49;
Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig
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