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©Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig
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Herzskarabäus des Nespaneferher

Inventarnummer
BSAe 1146
Kulturraum
Ägypten

Epoche
3. Zwischenzeit
Grunddaten
Fayence, H. 2,8 cm, B. 4,5 cm, L. 6,3 cm 3. Zwischenzeit, 21. Dynastie, 1076–944 v. Chr. Inv. BSAe 1146
Provenienz
Ankauf durch den M-L.R. Fonds 2009. Erworben in der Galerie Günter Puhze, Freiburg im Br. Davor Sammlung Hermann Alexander Schlögl (1932-2023), Freiburg im Br. Vor 1970 englische Privatsammlung. 1891 entdeckt von George Daressy (1864-1938) in der Cachette von Bab el-Gasus (Daressy-Liste A.98). Viele Funde kamen damals aus Platzmangel in europäische Sammlungen.
Beschreibung
Der Herzskarabäus aus blauer Fayence gehörte Nespaneferher. Die Oberseite des Skarabäus ist naturalistisch gestaltet. Er ist gut erhalten und fein gearbeitet. Seitlich findet sich eine Durchbohrung zur Befestigung an einer Schnur. Die Unterseite ist beschriftet mit 9 horizontalen Zeilen. Die Hieroglyphenzeilen sind von guter Qualität. Nach Titeln und Namen des Eigentümers folgt eine Version des Totenbuchspruches 30B: Osiris, der Gottesvater des Chons, der Chef der Rekruten von der Truppe der Domäne der Gottesgemahlin des Amun, Nespaneferher, selig, er sagt: Mein Herz meiner Mutter, mein Herz meiner Mutter, mein Herz meiner wandelbaren Formen, stehe nicht auf gegen mich als Zeuge, tritt mir nicht entgegen im Gerichtshof, mache keine Beugung wider mich vor dem Wägemeister! Du bist mein Ka, der in meinem Leib ist, ein Schöpfer, der meine Glieder heil macht. Nespaneferher wurde unter dem Hohenpriester Pinodjem II. in der Nekropole der Amunspriesterschaft von Bab el-Gusus (Deir el-Bahari) bestattet. Entdeckt wurde die Cachette von Georges Daressy 1891. Es kamen 153 Särge zu Vorschein. Der des Nespaneferher erhielt vom Ausgräber die Nummer A.98. Zwei weitere Särge, die ursprünglich ebenfalls für Nespaneferher angefertigt wurden, sie sind mit seinem Namen und Titeln versehen, haben Mitglieder der Amunspriesterschaft usurpiert. Die 153 Särge und ihre Beigaben sind heute über viele Museen und Sammlungen verstreut, teils wurden sie von der ägyptischen Regierung an befreundete Staaten verschenkt, teils kamen vor allem kleinere Objekte in private Sammlungen (vgl. die Totenfigur des Nespaneferher BSAe SSOM 0980). Das Sargensemble des Nespaneferher befindet sich heute im Musée Georges Labit in Toulouse. Mit dem Sarg und der Mumie des Nespaneferher fand man auch seine Grabbeigaben z.B. zahlreiche kleine Totenfiguren sowie den Uschebtikasten. Zwischen den Beinen der Mumie entdeckte man auch einen Papyrus, beschriftet und bebildert mit Auszügen aus dem Unterweltsbuch "Amduat". Der zweite Titel des Nespaneferher auf dem Herzskarabäus ist der des Rekrutenchefs, der auch auf allen seinen übrigen Dokumenten erscheint. Auf einem Uschebti im Kairener Museum bezeichnet sich Nespaneferher als jmj-r3 ms General. Bei dem vorliegenden Skarabäus wird der Rang präziser formuliert: jmj-r3 nfrw riswt n pr dw3t-ntr n Jmn. Der Titel zeigt, dass die "Gottesgemahlin des Amun" nicht nur geistige Führerin der Thebais war, sondern ihre Königsherrschatt mit eigenen Soldaten unterstreicht, auch wenn das Oberkommando über die Truppe beim Hohenpriester des Amun gelegen hat. Nespaneferher hatte sein Amt wohl unter den Gottesgemahlin Maatkare Mutemhat, der Tochter von Pinodjem I. und bei ihrer Nachfolgerin Henuttaui inne.
Bibliographie
H.A. Schlögl, Der Herzskarabäus des Nespaneferher in: Les civilisations du bassin Méditerrannéen. Hommages à Joachim Sliva (Krakau 2000) 211–213. G. Daressy: Les sépultures des prêtres d’Ammon à Deir el-Bahari. In: Annales du Service des l’Antiquités de l’Égypte. Band 1 (Kairo 1900) S. 141–148. G. Daressy: Les cercueils des prêtres d’Ammon (deuxième trouvaille de Deir el-Bahari), in: Annales du Service des l’Antiquités de l’Égypte. (ASAE), Band 8 (Kairo 1907) S. 3–38. Vgl. E. Hornung - E. Staehelin, Skarabäen und andere Siegelamulette aus Basler Sammlungen (Mainz 1976) 184-187.
Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig
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