Gebrannter Ton, stuckiert mit Resten von Bemalung, H. 20,2 cm, B. 12,7 cm
Römische Herrschaft, Mittlere Kaiserzeit, um 1.–2. Jh. n. Chr.
Inv. BSAe 0928
Provenienz
Schenkung 1996 Gertrud Mayer-Oliver, Allschwil. In den 1950er-Jahren erworben zusammen mit Prof. Dr. Ursula Schweitzer.
Beschreibung
Kleine Haus- oder Votivstele aus Ton mit der Darstellung des Schutzgottes Bes in Frontalansicht. Die Figur ist in flachem Halbrelief gearbeitet. Bes erscheint nackt und trägt eine hohe Federkrone. Sein rechter Arm ist erhoben; in der Hand hält er ein Schilfmesser über dem Kopf. Mit der linken Hand umfasst er eine Schlange hinter dem Kopf. Rechts neben der Gottheit befindet sich eine gross dargestellte, sich aufbäumende Uräusschlange mit Doppelkrone. Der obere Teil der Stele sowie die rechte obere Ecke sind weggebrochen. Spuren weisen darauf hin, dass das Objekt ursprünglich mit Stuck überzogen und bemalt war.
Bes gehört zu den populären Schutzgottheiten des Alten Ägypten. Charakteristisch sind seine zwergenhafte Gestalt, die frontale Darstellung und das fratzenhafte Gesicht. Als apotropäische Gottheit sollte er Menschen vor schädlichen Einflüssen und gefährlichen Tieren, insbesondere Schlangen und Skorpionen, bewahren. Bes galt zudem als Beschützer von Schwangeren, Wöchnerinnen und Neugeborenen und war eng mit dem häuslichen Bereich sowie dem Frauengemach verbunden. Die auf der Stele dargestellten Schlangen und das Schilfmesser unterstreichen seine Schutz- und Abwehrfunktion.