Kalzitalabaster, H. 23 cm, B. 18,8 cm, T. 8,2 cm
Altes Reich, 5. Dynastie, 2435–2306v. Chr.
Inv. BSAe 0982
Provenienz
Schenkung M-L. R. 1999. Erworben bei Daphne und Emanuel Koutoulakis, Genf. Nachlass Nikolas Koutoulakis (1910–1997), Paris. Erworben in den 1960er Jahren.
Beschreibung
Die Kopfstütze ist aus drei Teilen zusammengesetzt: einer rechteckigen Basis, einem kannelierten Schaft und einer halbmondförmigen Auflage. Der Schaft hat die Form einer kannelierten Säule mit Abakus.
Im ägyptischen Kulturkreis war es Sitte, beim Schlafen eine Kopfstütze zu benutzen. Der Schlafende lag dabei auf der Seite, während der Kopf oberhalb der Ohren abgestützt wurde. Die geschwungene Kopfauflage war zusätzlich mit weichen Stoffrollen ausgepolstert.
Auch Mumien hat man z.T. auf diese Weise in den Sarg gebettet. Für den alltäglichen Gebrauch waren die Kopfstützen vorwiegend aus Holz gefertigt, für den jenseitigen Gebrauch allerdings hat man sie in "unvergänglichen" Stein umgesetzt.
Die Kopfstützen können z.T. mit Namen und Titeln des Besitzers versehen sein. Im Neuen Reich hat man sie mit übelabwehrenden Sprüchen und Götterfiguren dekoriert, die den Schlafenden während der Nacht schützen sollten. Im jenseitigen Gebrauch waren sie Symbol für das stete Erwachen des Verstorbenen, wie es Kapitel 166 des Totenbuchs beschreibt. Kleine Mumienamulette in Gestalt von Kopfstützen besitzen eben diese Bedeutung.
Bibliographie
A. Wiese, Ägyptische Kunst im Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig. Neue Leihgaben, Schenkungen und Erwerbungen (Basel 1998) 21f., Nr. 20.
A. Wiese, Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig. Die ägyptische Abteilung (Mainz 2001) 54, Nr. 23 .
Vrgl. E. Naville, Les amulettes du chevet et de la tête, ZÄS, 48, 1911, 107–111.
Vrgl. A. Wiese, Augenblicke der Ewigkeit (Basel 1997) 62, Nr. 34.