Kalkstein, H. 11,4 cm
Spätzeit, 26. Dynastie, 664–525 v. Chr.
Inv. BSAe III 01513
Provenienz
Depositum Museum der Kulturen, Basel. Bis 2005 Museum der Kulturen, Basel. 1903 Schenkung durch Rudolf Nötzlin-Werthemann (1840–1911) an das Völkerkunde Museum, Basel. Erworben im Museum Bulaq, Kairo.
Beschreibung
Von feiner Qualität ist die weitgehend intakte Kalksteinstatuette der Schutzgöttin Thoëris. Sie ist ein Mischwesen aus Nilpferd, Löwe und Krokodil. Mit ihren kurzen Nilpferdbeinen steht Thoëris auf einer rechteckigen Basisplatte, die an der linken Ecke beschädigt ist. Das Maul des Nilpferdkopfes ist halb geöffnet und lässt das sorgfältig ausgeführte Gebiss mit den grossen Eckzähnen und den kleinen Schneidezähnen sichtbar werden. Nüstern und Augenwülste sind plastisch hervorgehoben. Eine Strähnenperücke verbindet den Kopf mit dem schwangeren Nilpferdleib. Ihr Rücken wird von einem Krokodilsrücken gebildet. Die menschlichen Arme, die in Löwenpranken enden, sind leicht angewinkelt und nach vorne zum schwangeren Leib geführt. Die ebenso menschlichen Brüste hängen schwer herab. Ihre urtümliche Mischgestalt setzt sich aus trächtigem Nilpferd, Löwe und Krokodil zusammen, alles mächtige Tiere, die dem Menschen am Nil gefährlich werden konnten. In der Magie dagegen traten sie umgekehrt für dessen Schutz ein. Gerade das trächtige Nilpferd, das seine Jungen schützt, wurde als Spenderin von Fruchtbarkeit und Nahrung positiv gewertet.
Bibliographie
H. Schlögl (Hrsg.), Geschenk des Nils. Ägyptische Kunstwerke aus Schweizer Besitz (Basel 1978) 90, Nr. 306.