Kalkstein, H. 6.5 cm, B. 7,5 cm
Späte Ptolemäerzeit, um 100–30 v. Chr.
Inv. BSAe III 06490
Provenienz
Depositum 2005 Museum der Kulturen, Basel. Ehemals Völkerkundemuseum, Basel. 1925 Schenkung Dr. Kurt Forcart (1874–1949), Basel.
Beschreibung
Oberer Teil einer Horus-Stele, die den jugendlich Gott Horus auf scheinbar harmlosen Krokodilen stehend darstellt. Auf der Vorderseite ist im unteren Teil der Kopf des Horus zu sehen, der vier Schlangen in den Händen hält, von denen nur noch die Köpfe erhalten sind. Üblich für solche Stelen hält Horus, der als Kindesgott mit Jugendlocke dargestellt wird, als Symbol für seinen Sieg über die Mächte des Bösen totbringende, aber hier bereits unschädliche Tiere.
Der Kopf des hybriden Schutzgottes Bes befindet sich über dem Haupt des Horus. Er hat ein fratzenhaftes Gesicht mit zottigem Bart, die abstehenden Ohren sind die eines Löwen. Der Gott streckt seine Zunge heraus. Die Federkrone war nie vorhanden. An deren Stelle sozusagen befinden sich zweier nach vorne gerichteter Schlangen, deren Körper sich auf der beiden Schmalseiten der Stele nach unten winden.
Auf der Rückseite der Stele befinden sich zwei übereinanderliegende Register: eine geflügelte Sonne überspannt ein Bild der thronenden Isis, die das Horuskind im Papyrusdickicht von Chemnis stillt. Darunter eine Reihe flüchtig eingravierter Götterfiguren, die nach rechts gewandt sind: Man erkennt den Triumph des Horus als Falken, der auf dem Rücken einer Oryxantilope sitzt, die Seth verkörpert. Hinter ihm tötet Onuris (?) einen Skorpion, und vorne scheint eine sich aufgerichtete Kobra einen Feind zu vernichten.
Im alten Ägypten nutzte man Horus-Stelen, um sich vor gefährlichen und giftigen Tieren zu schützen. Sie wurden in den Innenräumen oder in den Vorhöfen der Tempel aufgestellt. Zuweilen hat man sie mit Wasser übergossen, das man hernach "zur Genesung" trank.
Bibliographie
M. Valloggia–H. Wild, Catalogue des antiquités égyptiennes des musées et collections de Suisse stèles et Bas-reliefs, Mémoires de l'académie des inscriptions et belles-lettres 62 (Paris 2023) 252f., Nr. 101.