Holz, stuckiert und bemalt, H. 17.5 cm, B. 5.3 cm, L 10.5 cm
Frühe Ptolemäerzeit, 3. Jh. v. Chr.
Inv. BSAe 0926
Provenance
Schenkung 1996 Gertrud Mayer-Oliver, Allschwil. In den 1950er-Jahren erworben zusammen mit Prof. Dr. Ursula Schweitzer.
Description
Der Ba-Vogel besteht aus zwei Teilen, einer Basis und der Vogelfigur selbst. Er ist aus Holz geschnitzt, mit Stuck überzogen und polychrom übermalt. Der menschköpfige Vogel steht also auf einer rechteckigen Basis. Sein Körper ist leicht ockerfarbig, feine blaue Striche imitieren das Federkleid auf der Brust. Die Flügel sind rot und blau bemalt. Eine blaue Perücke umgibt das rot gefärbte Gesicht. Die Gesichtszüge sind detailliert wiedergegeben. Das Loch auf der Schädelkalotte weist daraufhin, dass dort eine Sonnenscheibe angezapft war, wie dies normalerweise bei Ba-Vögeln üblich ist.
Die Seele des Menschen stellt man sich seit dem ausgehenden Alten Reich als Vogel mit Menschenkopf vor. Der Vogel steht für die freie Beweglichkeit des Verstorbenen im Jenseits. Während die starre und unbewegliche Mumie in der tiefen Grabkammer verharren muss, ist die Seel des Verstorbenen doch in der Lage, sich in Gestalt des Ba frei fortzubewegen und hinauf in die Kulträume des Grabes zu gelangen. Dort wohnt sie in den Abbildern des Verstorbenen ein und kann so mit den Nachkommen kommunizieren und z.B. Nahrung entgegennehmen. Sie muss sich jedoch immer wieder mit dem eigenen Körper vereinen, kehr also stets in die Mumie zurück.
Bibliography
A. Wiese, Ägyptische Kunst im Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig. Neue Leihgaben, Schenkungen, Erwerbungen (Basel 1998) 66, Nr. 76.