Fayence, H. 9,5 cm
Spätzeit, 26. Dynastie, 664–525 v. Chr.
Inv. BSAe III 05557
Provenance
Depositum 2005 Historisches Museum Basel. Zwischenzeitlich als Depositum im Völkerkundemuseum Basel (1921–2005). Schenkung 1921 an das Historische Museum Basel als Nachlass Louise Elisabeth Bachofen-Burckhardt (1845–1920), Basel. Davor Sammlung Johann Jakob Bachofen (1815–1887), Basel. Davor mit Eduard Burckhardt-Zahn (1843–1914), Basel. Erworben 1866 in Alexandria.
Description
Feines Amulett der kuhköpfigen Göttin Hathor. Auf Kniehöhe abgebrochen. Hanthor ist als Frau mit Kuhkopf dargestellt. Den Übergang vom Tierkopf zum menschlichen Körper verdeckt eine dreiteilige Strähnenperücke, deren Vorderschöpfe auf ihre Brüste fallen. Zwischen dem Kuhgehörn befindet sich eine Sonnenscheibe. Auf der Brust liegt ein mehrreihiger Halsschmuck auf. Die Göttin ist in Schrittstellung wiedergeben, wobei das linke Bein vorgestellt war. Sie stand auf einer langrechteckigen Basisplatte, die mit dem teilweise noch vorhanden Rückenpfeiler verbunden war. Der Rückenpfeiler ist durchbohrt, sodass man die Figur als Amulett tragen konnte.
Hathor, „das Haus des Horus“, verkörpert alle Aspekte der Regeneration und ist damit eine der universalsten ägyptischen Gottheiten. Sie ist die Göttin der ausgelassenen Freude, des Tanzes und der Musik, des Fest- und Liebesrausches. In Theben wurde sie vornehmlich als Totengöttin verehrt und erscheint dort als Kuh, die aus dem Westgebirge kommt, um den Verstorbenen zu empfangen (Deir el-Bahari). Als Auge des Sonnengottes hat sie verderbenbringende Kraft und verfällt dem Blutrausch. Die Verbindung mit Isis hat ihr mütterliche Züge verliehen.
Bibliography
Museum für Völkerkunde Basel. So lebten die alten Ägypter (Basel 1976/77) 15f. Abb. S. 17 (E. Hornung) 43, Abb. 23 auf s. 47.
H. A. Schlögl (Hrsg.), Geschenk des Nils. Ägyptische Kunstwerke aus Schweizer Besitz, Ausstellungskatalog Antikenmuseum Basel (Basel 1978) 90, Nr. 309.
Vrgl. H. Kayser, Göttliche Tiere (Hildesheim 1960) 43.