Kalkstein, H. 22,5 cm, B. 10,8 cm, T. 8,5 cm
Neues Reich, 19. Dynastie, 1292–1191 v. Chr., frühe Ramessidenzeit
Inv. BSAe 1217
Provenance
Ankauf durch den M-L.R. Fonds 2011. Erworben bei Günther Puhze, Freiburg. Davor erworben bei Christie's New York 2010. Davor im Bestand der Sammlung des Museum of Fine Arts, Boston (von 1971 bis 2010 unter Inv. 1971.292). Vom Museum erworben am 16. September 1971 von Michel Abemayor, New York. 2010 Deaktzessoniert und verkauft bei oben aufgeführter Auktion. Davor Sammlung Michel Abemayor (1912–1975), New York. Erworben in den frühen 1970er Jahren.
Description
Der sogenannte Bahren-Uschebti des Pasunu zeigt den Verstorbenen, wie er auf einer Bahre liegt, die Hände in Gebetshaltung flach auf den Oberschenkeln positioniert. Er trägt die für das Alltagsleben seit der späten 18. Dynastie und der Ramessidenzeit typischen plissierten Gewänder, aber auch die dreiteilige Strähnenperücke, die normalerweise Totenfiguren tragen. Der Verstorbene trägt einen Schurz mit Vorbau sowie ein Hemd mit weiten, plissiertem Ärmeln. Die Statuette ist sehr fein gearbeitet; die Gesichtszüge und Ohren sind sorgfältig geformt. Die Gewänder waren ursprünglich gelb bemalt, die Perücke schwarz und die Haut rot. Eine eingravierte Hieroglypheninschrift, die in der Mitte des Schurzvorbaues verläuft, lautet: „Der Osiris, Pasunu, gerechtfertigt“. Der Namen Pasunu bedeutet "der Arzt", was womöglich auch auf den Beruf des Mannes zutrifft.
Bei den meisten der sog. Bahren-Uschebti ist die Figur mumienförmig wiedergegeben und die Bahre als Löwenbahre gekennzeichnet. Oft befindet sich auf beiden Seiten der Mumie oder auf ihrer Brust der Seelen-Vogel Ba. Die Bahre des Pasunu ist demgegenüber auffallend einfach gestaltet, als Plattform mit zwei langen Stützen.
Eine Sonderform der Totenfiguren bilden die sogenannten Bahren-Uschebti. Sie tauchen erstmals während der Regierungszeit Amenophis’ III. auf und sind nur noch für die 19. Dynastie belegt. Ein teil der Figuren sind mit dem Uschebti-Spruch beschriftet weshalb diese Figuren auch zu den Totenfiguren gezäht werden Uschebti gezählt.
Bei den Bahren-Uschebtis mit Bavogel handelt es sich offensichtlich um eine rundplastische Wiedergabe von Spruch 89 des Totenbuchs. Die Illustration dazu zeigt genau diese Szene: den Ba-Vogel auf einer aufgebahrten Mumie. Es ist der Ba des Verstorbenen, der sich auf dessen Körper niederlässt und sich mit ihm wieder vereint. Der Titel zum Spruch lautet denn auch: «Spruch, damit der Ba (wieder) seinen Körper berührt.»
Bibliography
S. D'Auria, P. Lacovara, and C.H. Roehrig, Mummies and Magic, The Funerary Arts of Ancient Egypt (Boston 1988) 137-138, no. 75
Christie's. Antiquities Including Property from The Collection of Max Palevsky, 9 DEC, New York 2010 , lot 17.
Vrgl. H. D. Schneider, Shabtis (Leiden 1977) Vol. I 163f., 214.
Vrgl. Ch. Loeben, Ein Rundbild als Textillustration, ÄAT 12, 1987, 286–306, v.a. 300f.